Montag Morgen um 6 Uhr sollte unser Flieger nach Delhi gehen. Da wir keinen Stress haben wollten und uns auch nicht so sicher waren, wie nachts die Rikschas fahren, sind wir schon um 3 Uhr aufgestanden und haben uns um 4 Uhr auf die Suche nach einer Rikscha gemacht. Wir fanden auch recht schnell eine und fuhren zum Flughafen. Dort lief alles reibungslos ab und wir verschliefen den kompletten Flug. In Delhi fielen wir gegen 8 Uhr müde aus dem Flieger in die kalte, neblige Großstadtluft. Wir kauften uns ein Prepaid-Ticket für ein Taxi an einem Schalter der Polizei, um nicht gleich von den gierigen Rikschafahrern überrannt zu werden. Wir fuhren damit zu einem Bahnhof, von wo wir aus abends nach Jodphur weiter fahren wollten und ließen unsre großen Taschen im Cloak Room. Dort trafen wir dann auch Stephie, die uns mit einer Fahrradrikscha entgegen kam. Wir stapelten uns alle auf eine Fahrradrikscha und fuhren Richtung Old Delhi, wo wir erstmal ein bisschen herumliefen und ein Frühstück suchten. Die Suche endete im McDonald's, denn alles andere war einfach nur furchtbar dreckig, übervölkert und abschreckend. Dann wollten wir zum Red Fort, stellten aber fest, dass in Delhi alle Sehenswürdigkeiten Montags geschlossen haben

Das war vor allem frustrierend, da wir genau eine Woche später wieder einen Montag in Delhi verbringen werden würden. Also gab es nur Fotos vom weit entfernten Red Fort im Nebel und wir nahmen uns eine Rikscha zum India Gate, wo an Feiertagen große Paraden entlang marschieren und welches gefallenen indischen Soldaten gewidmet ist. Wir guggten dressierten Affen zu und kauften keine Henna-Hand-Malereien (“Henna Mam? Mam? Mam? Henna? Mam? Very Nice! Mam? Henna? Mam! Henna! Mam?â€). Von dort aus liefen wir Richtung New Delhi weiter und machten halt am Luxushotel Meridien, um mal pinkeln zu gehen. Wow! Gab sogar Fernsehen mit Tom & Jerry auf dem Klo

Wir kamen an einigen Touriverkaufsständen vorbei und beschlossen dann, doch noch einen Versuch zu wagen und uns den Sterbeort Ghandis anzuschauen. Mit der Autorikscha ging es dann also zum Ghandi Smirti, welches zwar geschlossen war, aber man lies uns dann nach ein bisschen Betteln doch noch rein und wir konnten ganz alleine und ohne Eintritt zu zahlen sehen, wo Ghandi seine letzten Tage verbrachte und wo er schließlich vor fast genau 60 Jahren erschossen wurde. Dazu gab es noch eine Fotoausstellung mit Bildern aus seinem Leben.
Es wurde langsam Abend. Wir hatten wieder Hunger und beschlossen zu einem Subway ins Zentrum zu fahren. Wir diskutierten mit einem älteren Rikschafahrer, der erst zu viel Geld wollte und dann erklärte, dass man bei dem Feierabendverkehr sowieso nicht durch die Stadt fahren könnte. Wir machten mit ihm aus, dass er uns so weit mitnähme, wie er fahren könnte und er gab sich wirklich Mühe, doch noch irgendwie durch zu kommen, aber als wir dann auch noch vor einem Demonstrationszug standen, mussten wir aussteigen. Er erklärte uns den Weg zum Subway und wir liefen in die genannte Richtung. Nach etwa 5 Minuten stand er mit seiner Rikscha plötzlich wieder vor uns und lud uns wieder ein. Wir fuhren wieder ein paar Meter und mussten wieder aussteigen. Aber da standen wir dann auch schon so gut wie vor dem Subway. Nach dieser Stärkung suchten wir eine Rikscha zum Bahnhof, was sich als völlig aussichtslos herausstellte. Die angebotenen Preise waren völlig unverschämt und wir warten etwas ratlos. Da tauchte plötzlich unser älterer Fahrer wieder auf und meinte, wir sollten besser die U-Bahn nehmen, denn der mit der Rikscha gäbe es kein Durchkommen. Der Kerl hat wirklich meinen Glauben an die Inder Delhis wieder hergestellt, die bis dahin nur aufdringlich, raffgierig und unfreundlich waren. Wir stiegen mit einem mulmigen Gefühl runter in die Metro und erwarteten wohl alle eine dreckige, stinkende U-Bahn-Station. Dem war aber gar nicht so. Zu unsrem Erstaunen ist die U-Bahn Delhis weit moderner und sauberer als wohl jede U-Bahn in Deutschland. Leider ist sie aber Indien-typisch voll und so kuschelten wir uns für 15 Cent etwa 5 Stationen zum Bahnhof. Wir holten unser Gepäck ab und stiegen in den schon bereit stehenden Zug nach Jodhpur, wo wir uns auch gleich auf den Liegen schlafen legten.