Jodhpur ist eine kleine Stadt im Nordwesten Indiens im Bundesstaat Rajasthan, in Nähe der Grenze zu Pakistan. Wir erreichten Jodhpur gegen 9 Uhr morgens und froren erstmal ordentlich. Wir steuerten per Rikscha das im Lonley Planet empfohlene Durag Niwas Guest House an und bekamen ein günstiges Doppelzimmer für 300 Rupien (6 Euro) pro Nacht, in das wir uns noch eine Matratze legen ließen. Nach einer kurzen Stärkung fuhren wir in das Stadtzentrum und schauten uns den Basar an. Stephie und ich teilten uns eine Ananas und wir ließen uns vorführen, wie man Bangles (indische Armeifen) aus Kautschuk herstellt. Jodhpur hat eine blaue Alstadt, denn diese Farbe schützt angeblich gegen Hitze und Moskitos und so spazierten wir durch enge Gässchen, vorbei an Kühen, Ziegen und kichernden Indern und erreichten schließlich das Meherangarh Fort, welches auf einem Hügel die Stadt überragt. Wir erkundeten es mit Hilfe eines Audio-Guides und waren begeistert. Der aktuelle Maharaja hat das Fort mit Hilfe einer Stiftung restaurieren lassen und teilweise in ein Museum verwandelt. In alten Zeiten durften die Frauen des Maharaja nicht von anderen Männern gesehen werden und so bestehen viele Räume und Gänge aus feinen, siebartigen Strukturen, die es den Frauen ermöglichten, hinauszuschauen ohne selbst gesehen zu werden. Wir sahen Elefantensättel, Sänften, goldene Wiegen für Maharaja-Nachwuchs, eine Waffensammlung und jede Menge Marmor, bunte Scheiben und Gold.
Nach ein paar Stunden im Fort und auf dem Weg zu einem möglichen Abendessen, buchten wir noch eine Kameltour für den nächsten Tag.
Am Mittwoch in aller Frühe wurden wir von einem Jeep abgeholt, der uns etwa 1,5 Stunden durch die Gegend fuhr bis wir in der Wüste waren. Wir wechselten dort vom Jeep aufs Kamel und... froren erbärmlich. Wir schaukelten erstmal ein wenig über eine Straße und dann ziemlich querfeldein bis wir nach etwa 2 Stunden eine Hütte erreichten, in der wir uns erstmal mit etwas Chai (Tee) stärken konnten. Von dort aus ging es dann noch mal ein gutes Stück weiter. Mittags kamen wir an einem weiteren Häusschen an und bekamen von der dort lebenden Familie ein gutes Mittagessen, Chai und eine Opium-Pfeife angeboten. Wir ruhten uns in der Sonne aus, denn mittlerweile war es warm geworden. Am frühen Nachmittag ging es dann wieder aufs Kamel und zurück zu unsrem Jeep. Uns tat danach wohl allen der Hintern gut weh