Nach einer weiteren kurzen Nacht stiegen wir um 6 Uhr morgens in den Zug nach Jaipur. Wir hüllten uns in alles, was greifbar war, schauten 6 Stunden lang unsrem kondensierenden Atem zu und froren. Wir erreichten Jaipur mittags und hatten erstmal ein bisschen Stress mit den Rikschafahrern dort, die wohl noch etwas aufdringlicher waren als anderswo. Das von uns ausgesuchte Hotel war leider schon voll, bzw. es gab nur noch ein recht teures Zimmer, welches durch ein drittes Bett noch teurer hätte werden sollen. Wir zogen dann ein Hotel um die Ecke und bekamen ein 3-Bett-Zimmer für 450 Rupien (9 Euro) pro Nacht. Leider war dies in keinem sonderlich guten Zustand: unsre Toilette verhielt sich eher wie ein Springbrunnen, ein Fenster neben Christians Bett schloss nicht richtig, das Licht im Bad ging (zunächst) nicht und warmes Wasser gab es auch nur morgens. Wie sich später herausstellte, hat sich auch sonst niemand in dieses Hotel getraut. Wir waren drei Tage lang die einzigen Gäste.
An unserem ersten Tag in Jaipur fuhren wir zunächst in die Altstadt und suchten die rosa Häuser, für die Jaipur berühmt sein soll. Jedoch waren die Häuser eher weniger rosa, als mehr braun und dreckig. Wir aßen eine Kleinigkeit und schauten uns dann den Hawa Mahal (Palast der Winde) an. Dieser war dann jedoch auch nicht so begeisterungserregend, sondern eher heruntergekommen und sehr restaurierungsbedürftig. Wir bummelten darauf etwas durch die Stände und kauften für garantiert zu viel Geld sogenannte Shawls, in die man sich poncho-mäßig einwickeln kann und was die Inder auch alle tun, denn Winterjacken sind nicht so sehr verbreitet.
Am nächsten Tag sahen wir uns das Amber Fort, etwas außerhalb von Jaipur an. Eigentlich hatten wir vorgehabt, dort mit einem Elefant hochzureiten, aber die Elefanten dort laufen nur eine festgelegte Anzahl von Runden und haben dann Feierabend. Leider kamen wir etwas zu spät und die Elefanten saßen schon alle daheim vor dem Fernseher. Es ging dann also zu Fuß rauf zum Fort und wir holten uns wieder Audio-Guides, die sich aber diesmal als eher langweilig und zu ausschweifend herausstellten. Auch das Fort in Jaipur ist sehr heruntergekommen und begeisterte uns längst nicht so sehr wie das in Jodhpur. Nach dem Fort warfen wir noch einen Blick auf einen Wasserpalast, der aber nur vom Ufer aus besichtbar ist. Wir gingen noch etwas essen und der Tag war auch schon wieder herum.
Am Samstag schliefen wir lange, besichtigen Jaipurs City Palast und gingen in das berühmte Raj Mandir Cinema. Wir sahen einen Film über eine indische Tanzlehrerin und sind immer noch nicht so ganz sicher, welche der vielen indischen Sprachen in dem Film gesprochen wurde. An diesem Tag ging es mir nicht so gut, denn ich hatte wohl am Vortag etwas Schlechtes gegessen und so war ich ganz froh darüber, dass wir 3 Stunden ruhig im Kino saßen.